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Motivation und Krebs

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Heute gibt es einen Gastbeitrag von Astrid, die mehrere Arten von Krebs kennen gelernt hat. Ihre Geschichte zeigt eindeutig, dass es sich NIE lohnt aufzugeben! “Finde deinen Weg im Leben!” Pure Motivation!

Mein Name ist Astrid, verheiratet und Mutter einer jetzt 13 jährigen Tochter. Vor 10 Jahren genau habe ich meine erste Diagnose erhalten:
schwarzes Melanom am linken Schulterblatt CL II 0,8 mm.

Mit knapp 40 Jahren, eine damals dreieinhalb jährige entwicklungsverzögerte Tochter, einen Mann der oft auf Dienstreisen war. Aussichtslos , Todesangst geht durch den Kopf – aber laut Ärzten war ich noch einmal glimpflich davongekommen und somit brauchte ich keine weitere Therapie außer regelmäßige Hautkontrollen. 

Ich war mir nicht bewusst etwas an meinen Umständen zu ändern und so ging mein Leben normal als Mutter weiter. Meine Tochter brauchte zu der Zeit jeden Tag Therapien und so hing ich neben der belastenden Situation noch eine Ausbildung zur qualifizierten Tagesmutter dran.

Zwischendurch immer die Angst, der Krebs könnte zurückkommen.

Immerhin bekam ich dann noch in den vielen Jahren viele dysplastische Leberflecke wegoperiert, die aber immer im Gesunden entfernt worden.

 

 

Der Schock

Der große Schock kam im Mai 2015, einen Tag nach Muttertag:
ein 5 cm großes Ding in der Achsel – Verdacht auf Brustkrebs, Lymphdrüsenkrebs oder Rezidiv meines damaligen Hautkrebses.

Gedanken kreisen, nein Gedanken wirbeln…

Letztendlich OP Pfingstdienstag und zusätzliche Bestrahlung der Axilla. Ergebnis insgesamt 5 Lymphknoten befallen – Melanomzellen. Ich wusste sofort nach dem Aufwachen aus der OP, jetzt beginnt eine neue Chance auf Leben.

Mein altes Leben ist endgültig vorbei.

 

 

Ich gehe wieder in die Schule

Hauptfach: Experiment Leben

Mir wurde jetzt klar, dass ich einiges ändern muss um zu Leben. Dazu gehört nicht nur der Körper und die Schulmedizin, sondern zu gleichen Anteilen Körper Geist und Seele. Ja so ist es. Ich mag mein Leben und das Leben mich. Aufgeben gibt es nicht! 

Dazu brauchte ich positive Dinge, Motivation zum Durchhalten. Die Motivation kam nicht von meiner Familie, also lernte ich sehr schnell Eigenverantwortung für mich selbst. Für mich. Es ist schwierig für die Familie , wenn Du Dich innerlich zu einem neuen Menschen wandelst. Aber in erster Linie tust Du es für Dein eigenes Leben. 

Ich stellte meine Ernährung um und betrachtete meine Denkweise über Krebs.Vieles geht über Gedanken, als tauschte ich meine alten Gedankensätze über das Denken über Krebs. Ich gab mir die Chance auf Leben. Ich sah es nicht mehr als die schlimmste Krankheit an.

Das soll nicht bedeuten keinen Durchhänger mehr zu haben. Es gibt total miese Tage, aber halt nicht mehr so lang anhaltend.

In meiner Ernährung half mir das erste Buch : Krebszellen mögen keine Himbeeren .

Das stimmte mich auch sehr positiv.

 

Um meine Gedanken zu beruhigen kaufte ich mir schöne Meditations-CDs zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Meditationen nehmen auch die Angst. Ich bekam eine Immuntherapie, somit wurde ich auf Zeit berentet.

Es hatte für mich einen Vorteil, die Zeit ab da bewusster zu leben. In die Natur zu gehen, Sauerstoff zu tanken..Es erdet einen sehr. Dies tut gleichzeitig der Seele gut.

 

 

Sport und Kur

Knapp ein Jahr später lernte ich im Februar 2016 für mich das Kundalini Yoga kennen. Eine Art , die Deinen Geist beruhigt und die Seele heilen lässt. Nicht nur durch sanfte Bewegungen, sondern auch durch die schönen Mantrengesänge kommen Körper, Geist und Seele in Einklang. Es war und ist eine wunderbare Erfahrung die ich versuche einmal die Woche wahrzunehmen.

 

Im Mai 2016 trat ich meine Kur an. Diese tat insofern gut, dass ich lernte nicht alleine auf diesem Weg zu sein, unterstützt durch psychologische Gespräche. Hier lernte ich Nordic Walking kennen. Eine Sportart, wo ich dachte , die ist nur für Senioren ab 60! Nein, war es nicht. Es tat mir gut . Sport in der Natur. Sauerstoff tanken und gleichzeitig die Stille genießen. Wunderbar! Wieder konnte ich einen positiven Anker setzen.

 

Mein Mann, meine Tochter und ich sind weiterhin in die machbaren Urlaube gefahren. Sie wurden anders gestaltet. Wichtig ist, dass zu tun , was einem gut tut, ohne sich zu überfordern.

Abstriche musste ich machen…
aber statt drei Saunagänge a 15 min. kann man auch nur einen a 5 min. machen. Na und! Der Seele tut es gut. Wenn Du nicht mehr Wege mit Steigungen gehen kannst, dann such Dir Seniorenwege, die gibt es auch oben auf den Almen. Der positive Erholungseffekt ist der gleiche.

 

 

Stress 

Trotzdem, ab September 2016 hatte ich psychischen Stress(zu viele Termine) und die Nachsorge fing an mich zu nerven. Ich musste immer mit der Bahn zur Uniklinik . Praktisch gingen insgesamt knapp 8 Stunden vom Tag verloren. Dann erkrankte ich an einer langwierigen Grippe und musste meine Krebstherapie abbrechen. Gleichzeitig kam mein Vater mit Herzinfarkt in dieses besagte Krankenhaus, weil er Bypässe brauchte.

Alles in Allem eine verstrickte Situation . Für mich unlösbar. Ich verschob aus Krankheitsgründen sogar die Nachsorge. 

Ich spürte, daß ich auf allen Ebenen Körper, Geist und Seele abgestürzt war.

Mein Weg beendet. Abgekommen…. lag auf der Couch, mit Fastfood, keine schulmedizinische Betreuung mehr, kein Sport mehr, nichts. Alle meine positiven Anker weg. Keine Kraft mehr für Meditationen.

Mein Vater verstarb letztendlich im Krankenhaus und ließ meine kranke hilflose Mutter ohne Führerschein zurück . Ich bekam immer mehr Schuldgefühle auf der Couch zu liegen, statt ins Krankenhaus mit Mutter zufahren oder ihr überhaupt zu helfen.

 

 

Der nächste Hammer

Am o6. 12. bekam ich im halbgesunden Zustand endlich mein Kopf-MRT. 

Ergebnis 4 cm Metastase im Hirn und der halbe Kopf voll Wasser.

Schönes Nikolausgeschenk. Ich hatte doch nur Grippe aber nun das???? Die Ärzte wunderten sich weil ich keine Ausfälle in jeglicher Form gehabt hatte.

Erstmal dachte ich , hier liegt eine Fehler vor. Ich bin gesund! Ich musste darauf hin zum PET-CT , wo noch 4 weitere Metas entdeckt worden.

Also Schluss Adventszeit mit Besinnung und Kekse backen und so.

Am 21.12. musste ich ins Krankenhaus. Meine Überlebenszeit konnte ich den Ärzten mal wieder im Gesicht ablesen. Ich war auf der Flucht. Wer möchte sich den Kopf auffräsen lassen. Hmmm.

 

 

Stay positiv

Aber ich kann euch versprechen. Bleibt positiv. Wozu hatte ich meditieren gelernt. Ab jetzt wurde gekämpft! Mein Wunsch war es nach der OP zu sprechen und zu essen. Den Wunsch habe ich manifestiert. Was geschah: ich habe bereits nach der OP im OP-Saal gesprochen. Ich nahm an, ich wäre im Restaurant. Ha Ha Ha

 

Aufgewacht prima. Lieber Gott, ich habe eine zweite Chance. Ich wusste ja wo mein alter Weg war. Ich suchte ihn und habe ihn wieder schnell betreten. Aber ich habe ihn verfeinert. Aus meiner fast veganen Kost, bin ich auf Ayurveda gestoßen. Eine besondere Lehre die zurück zur Natur führt und eine für mich interessante Art der Kochküche bietet.

 

Ich wechselte meinen Onkologen ortsnah , weil dass meinen mentalen Stress reduzierte. Es ist für die Seele wichtig, sich ein gutes Netz aus Ärzten aufzubauen, denen ihr vertrauen könnt und die sich Zeit lassen euch zuzuhören.

 

 

Keep on Smiling

In der Kur hatte ich aus Spaß am Lachyoga teilgenommen. Eine lustige Erfahrung, die ich nun dieses Jahr im April nutzte, um den Lachyogaleiterschein zu machen. Lachen ist positiv und gesund. Das Gehirn weiß nicht, ob du simuliert lachst oder echt. Es reichert den Körper mit Sauerstoff an und stärkt das Immunsystem.

Zusätzlich mache ich in einem Reha-Center Gerätetraining um die Muskeln leicht aufzubauen. Ich bin im spirituellen und christlichen Glauben stark gewachsen, dadurch konnte ich auch meine Diagnose besser annehmen.

 

Seit dem 31.12.2016 nehme ich eine Chemotabletten-Therapie. Es sind BRAF – Hemmer. die ich nun über einen längeren Zeitraum nehmen soll. Aber mit den vielen Dingen, die mich stärken sind die schlechten Momente oder die auf der Couch liegenden Tage weniger geworden.

 

 

Finde deinen Weg

Bis auf eine kleine vermutliche Reststelle im Kopf sind alle Metastasen weggegangen.

Ja ich glaube an das Leben, ich glaube dass mir der Krebs etwas sagen wollte und ich geniesse das Leben . Jeden Moment, jede Sekunde.

Ich nehme die Welt anders war. Ich freue mich auf eine Ameise im Garten oder auf die erste Erdbeere, die im Garten wächst. Leute , das Leben hat Herausforderungen. Es ist wichtig, egal welche Herausforderung, diese im Herzen anzunehmen.

 

Geh auf die Suche, was Dich selbst in allen drei Dingen heilen kann und Du kannst die Chance wahrnehmen. Wichtig ist Glücksmomente zu spüren und Dinge zu genießen.

Auch wenn ich meine Ernährung grundlegend geändert habe, darf es auch mal ein Glas Rotwein sein. Ich bestelle dann im Restaurant statt ein Glas von 0,2 auf Bitte nur 0,1. Wenn ich Lust auf einen Burger oder ein Eis habe, dann ja , aber mit viel Genuss. Ich plane gerne Ausflüge und freue mich auf neue Begegnungen.

Ich habe auch Bekannte verloren, aber liebe neue Menschen als Wegbegleiter kennengelernt.

 

Mein Weg und meine Erfahrung ist noch nicht zu Ende. Ich habe die Hoffnung gesund zu werden.

Für mich und für meine Tochter, die ich über alles lieb habe.

 

Eure Astrid

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