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Sport hilft immer

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Im Moment versuche ich mein Instagram Profil ein wenig zu pushen. Hier bin ich mit Geli in Kontakt gekommen und wir haben uns ein wenig unterhalten. Sie folgt meinem Blog schon länger und ist ebenfalls begeisterte Sportlerin. UND wurde auch vom Krebs getroffen.

Nachdem ich ihren Beitrag das erste mal gelesen habe, dachte ich zuerst, dass ich selber schreibe! Die Einstellung zum Sport und der Kampf gegen den Krebs kommt mir sehr bekannt vor! Lest selber…

 

Ihr Lieben,  ich bin die Geli, noch 37 Jahre jung, Mutter von 3 wahnsinnig tollen Kindern (8, 12 und 13 Jahre alt) und Ehefrau eines wahren Herzmenschen. Außerdem tummeln sich bei uns auch noch 2 Hunde…… langweilig wirds mir so schnell also nicht. Und das ist auch gut so! Ich bin deswegen nämlich gar nicht dazu gekommen, den Kopf in den Sand zu stecken!

Meine Diagnose traf mich im Juli 2016, völlig unerwartet….. wobei….. wer bitte rechnet denn schon mit so einer Meldung?!

 

Ich und Krebs, genauer gesagt Brustkrebs, hochaggressiv, superhohes Rückfallrisiko und GenMutant bin ich zu allem Überfluss auch noch (BRCA2). Im Hinterkopf das Schicksal meiner Mutter, die schon bald nach ihrer Brustkrebsdiagnose verstarb, ich war damals 3 Jahre alt. 
Das alles zieht einen Therapiemarathon nach sich, kann ich euch sagen…. den ich übrigens exakt jetzt abgeschlossen habe, mit meiner letzten von 4 OPs, der prophylaktischen Entfernung meiner Eierstöcke! Bin jetzt quasi ab sofort im Wechsel und hab mit Hitzewallungen und wenig bis gar keinem Schlaf zu kämpfen….hmpf!!!

Kenn ich bereits aus meinen ZoladexZeiten, meine Eierstöcke wurden schon die letzten Monate lahmgelegt. Ist nervig, mehr aber auch nicht! Und steht vor allem in keinem Verhältnis zu einer erneuten Krebsdiagnose, die in meinen Fall aufgrund der genetischen Disposition (BRCA2 bedeutet nicht nur erhöhtes Risiko für Brustkrebs, sondern eben auch für Eierstockkrebs und noch einige andere Krebsarten) leider gegeben ist.

 

Sport hilft immer

Zum Zeitpunkt meiner Diagnose war ich auf dem Höhepunkt meiner körperlichen Fitness!

Sport war und ist für mich unglaublich wichtig!

Und ich bin absolut überzeugt davon, dass dieser Sport zu einem Großteil dazu beigetragen hat, dass ich das alles, OPs, Chemo und Co, so gut weggesteckt habe. Ich bin z. B. 10 Tage nach meiner Ablatio wieder laufen gegangen….. alle haben den Kopf geschüttelt, mir war das egal, denn für mich hat es sich absolut richtig angefühlt. 

Dann kam die Chemo. Und auch während dieser Zeit war ich fleißig am sporteln, überwiegend Ausdauer und ein bisschen Functional Training, inlinern und radeln. Und mitgenommen hab ich auch, was geht: hab selbstverständlich auf keiner Party gefehlt, war Skifahren, hab diverse Städtetrips gemacht und auch ganz viel Zeit mit mir alleine verbracht!

Und wenn ich dann zu hören bekam: “Mensch Geli, ruh dich doch aus! Nach der Chemo kannst wieder Gas geben!”, dachte ich nur: “Mir geht es aber auch während der Chemo so gut, dass ich alles machen kann und wer weiß, wie lange ich noch habe. Warum soll ich den Schongang einlegen, mir geht’s gut, ich lebe jetzt!”

 

Reha hilft nicht nur dem Körper

Danach gings dann auf Reha, hat richtig gut getan. Auch das Wissen, dass mein Mann daheim den Laden schon schmeißt, sollte ich mal nicht mehr sein. Keine schönen Gedanken, gehören aber mit dazu und wollten von mir auch gedacht und gefühlt werden.

Unmittelbar nach der Reha bin ich bei einem Volkslauf über gut 8 km übrigens meine persönliche Bestzeit gelaufen… was hab ich mir früher vor diversen Läufen immer einen Kopf gemacht, dass ich nicht genügend trainiert habe und deswegen gar nicht so schnell laufen kann und mir fehlen die langen Ausdauerläufe und außerdem hab ich bisschen Halskratzen und geschlafen hab ich auch nur unzureichend und laberquarkquark….

Dieses Mal gings nur ums DabeiSein und bäääähm…..funktioniert bestens, wenn der Kopf mal Pause macht! Schneller als je zuvor!

 

“Let´s push this body”

Im August 2017 folgte die Mastektomie der anderen Brust sowie der gleichzeitige beidseitige Brustaufbau aus Eigengewebe aus der Innenseite der Oberschenkel, der sog. TMG FLAP! Über einen halben Meter Narben am Körper, dafür aber das Zweiterkrankungsrisiko auf ein Minimum reduziert und straffe Oberschenkel😉! 

Auf einen BH kann ich ab sofort auch verzichten! Und auch hier war es wieder so, dass ich mich überdurchschnittlich schnell erholt habe von der über 5-stündigen OP!

Ja ja,der liebe Sport und ein Körper, der es gewohnt ist, zügig zu regenerieren!

Bereits im September musste ich erneut unters Messer, weil in meiner Gebärmutter etwas wuchs, was da nicht hingehört. Zum Glück hat sich dieses Etwas als gutartiger Polyp entpuppt, aber gebibbert hab ich trotzdem, bis der pathologische Befund da war. 

 

Meine Zukunft

Und jetzt aktuell liege ich wieder im Krankenhaus, zum hoffentlich vorerst letzten Mal diese ganze KrebsGeschichte betreffend…..und schmiede Zukunftspläne! Hui,ist das schön!!! Ich werde nochmal studieren und zwar das, was mich wirklich interessiert: Fitness and Health Management!!! Da freu ich mich vielleicht!

Hatte ich zu Anfang meiner Diagnose noch überlegt, ob es sich für mich überhaupt noch rentiert, neue Schuhe zu kaufen, bevor ich ins Gras beiße, traue ich mich mittlerweile ein bisschen weiter in die Zukunft blicken! 

Sport sorgt nämlich auch dafür, die Birne frei zu bekommen!!! Ich bin immer dann in ein psychisches Loch gefallen, wenn ich aus welchen Gründen auch immer nicht sporteln konnte…..

 

Lebe dein Leben

Brustkrebs

Was ich auch noch gelernt habe in den letzten Monaten: auf das zu hören und das zu machen, was mir mein Gefühl sagt! 

Nach Diagnosestellung hab ich ALLES verschlungen, was die Krebsliteratur so zu bieten hat , wirklich alles, wollte für mich DEN ROTEN FADEN finden und hab auch versucht, danach zu leben, mich so krebskorrekt wie möglich zu ernähren usw…..aber wisst ihr was?

Das macht sowas von keinen Spaß und außerdem, wer bitte gibt einem denn die Garantie, dass der Scheiß nicht trotzdem zurückkommt? Und dann hätte ich mich vielleicht jahrelang kasteit? Nein, ganz bestimmt nicht!!!!!

Ich versuche, ein goldenes Mittelmaß für mich zu finden, bedeutet: ausgewogene Ernährung, Sport in allen Facetten und leben, so wie ich mir das Leben vorstelle, nicht, wie es von mir erwartet wird. Und da gehört der vor Fett triefende Schweinebraten genauso dazu wie das ein oder andere Räuschchen.

Das musste ich erstmal lernen!!!

Mich frei machen von Konventionen, Dinge ansprechen, die mir nicht passen, Nein sagen…. eben das tun, was sich gut und richtig anfühlt. Ich hab plötzlich einen ganz anderen Zugang zu meinen Kindern, hab das Gefühl, dass ich ihnen noch näher bin, will ihnen das mit auf den Weg geben, was MIR am Herzen liegt. Davor hab ich funktioniert, wie es sich für eine Mutter und Hausfrau und Ehefrau gehört. Mir ging es nicht schlecht damit, nie, nur jetzt ist es eben anders, fühlt sich soviel besser und richtiger an.

 

Echte Freunde braucht das Leben

….und weil es unbedingt erwähnt werden sollte: ich habe einen unglaublichen Freundeskreis! Ich bin so dankbar und hatte nie das Gefühl, alleine zu sein. Die ganze Anteilnahme, die guten Wünsche und Gedanken sowie jede noch so kleine Aufmerksamkeit haben um mich rum ein Kraftfeld entstehen lassen,das die Luft zum Knistern bringt! Egal, was noch kommt, da ist immer jemand da!!!

 

Abschließend noch ein paar Dinge, die ich für mich rausgefunden habe:

1. ANNEHMEN!!!!
Mit seinem Schicksal hadern oder die Frage nach dem Warum ändert überhaupt nichts an der Tatsache, dass es so ist, wie es jetzt nun mal ist. Das Leben geht weiter!!!

2. OFFENER UMGANG!!!
Es ist für alle so viel einfacher, wenn die Dinge ausgesprochen und kommuniziert werden. Es hat nicht nur mir meine Ängste genommen, sondern auch meinem ganzen Umfeld. Jeder wusste, da darf drüber gesprochen werden, auch vor den Kindern, keine Heimlichtuerei, keine wilden Gerüchte! Sobald ich was neues wusste, hab ich’s hinausposaunt! Hat mir gut getan und alle anderen wussten auch sofort Bescheid!

3. HILFE ANNEHMEN!!!
Ist nicht einfach, tut aber gut und ich glaube fast, dass helfen für die Leute um einen rum enorm wichtig ist. So können sie auch irgendwie zur Genesung oder zum Wohlbefinden beitragen und fühlen sich der sowieso schon reichlich unangenehmen Situation nicht so ausgeliefert. 

4. FREI MACHEN!!!
Von Dingen, die einem nicht gut tun. Von Menschen, die einem nicht gut tun. Von Gewohnheiten, die einem nicht gut tun……ihr versteht schon?!

5. LEBEN!!!!!
Wenn nicht jetzt, wann dann?!

Und zu guter letzt:
Ich will weder missionieren noch missioniert werden! Jeder hat sein Leben selbst in der Hand und sollte es so gestalten, dass es sich gut und richtig anfühlt. Punkt.

Ich für mich habe MEINEN WEG gefunden, damit umzugehen und das wünsche ich euch auch!

Alles Liebe für euch aus tiefstem Herzen! 
❤

 

Photo by Rob Bates on Unsplash

 

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Comments (1)

  1. Tanja
    November 17, 2017

    Seeehr schöner Beitrag, Geli! So kenn ich dich 🙂

    Reply

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